Hausfinanzierung: Auch mit gewöhnlichen Ratenkrediten möglich?

Ratenkredite eignen sich zur Finanzierung von fast allem; vom Urlaub über das neue Auto und die neue Wohnzimmereinrichtung bis hin zur Hochzeit und zu sonstigen großen Feierlichkeiten. Das Eigenheim ist als Traum vieler Menschen in dieser Aufzählung bewusst nicht untergekommen, womit sich die Frage stellt: Sind gewöhnliche Ratenkredite tatsächlich nicht fürs Haus geeignet?

Was unterscheidet einen Ratenkredit vom Immobilienkredit?

Grundsätzlich wirken Ratenkredite und Bau- bzw. Kauffinanzierungen nicht sonderlich unterschiedlich. Immerhin werden beide in monatlichen Raten zurückgezahlt, haben einen festen Zinssatz und sind im Voraus kalkulierbar; der einzig große Unterschied scheint in der Kreditsumme zu liegen, die beim Immobilienkredit deutlich höher als beim Ratenkredit sein dürfte. Doch tatsächlich gibt es schon im grundlegenden Finanzierungsmodell einen wichtigen Unterschied, der im Aufbau der Finanzierung liegt.

So wählt man beim Immobilienkredit keine feste Laufzeit der Gesamtfinanzierung, woraus sich die Raten ergeben, sondern die Dauer der Zinsbindung. Es ist möglich, mit einer Zinsbindung von 5 bis oftmals über 20 Jahren zu finanzieren, wonach sich auch der Zinssatz regelt. Bei einer kurzen Zinsbindungsfrist liegt der Zinssatz nicht selten sogar unter einem Prozent effektiv pro Jahr, dafür kann er sich nach Ablauf der Frist aber deutlich erhöhen – sofern man sich keine günstige Anschlussfinanzierung gesichert hat. Zinstechnisch liegt das weit unter den meisten Ratenkrediten am Markt (Mehr zum Thema Bauzinsen). Was noch die wirkliche Laufzeit der Finanzierung angeht, wird anschließend durch die Tilgungsrate bestimmt. Meistens können zwischen einem und fünf Prozent der Kreditsumme pro Jahr getilgt werden; abgesehen von eventuellen Sondertilgungen. Die meisten Anbieter lassen in beiden Optionen gewissen Spielraum, sodass man sich die Immobilienfinanzierung zurecht schneiden kann, wie man sie gerade braucht. Einen Vergleich zwischen mehreren Anbietern kann man beispielsweise bei smava durchführen, um einen schnellen Überblick und später die besten Konditionen zu bekommen.

Warum sind Ratenkredite am Ende nicht zur Immobilienfinanzierung geeignet?

Baufinanzierung HausNach dem Benennen der Unterschiede ist es eventuell noch nicht ganz klar, warum Ratenkredite nun wirklich schlechter sein sollten; wo die Unterschiede nur das Finanzierungsmodell betrafen. Die Schwächen des Ratenkredits bei der Immobilienfinanzierung liegen aber zwischen den Zeilen. Einmal hat der Ratenkredit verglichen deutlich höhere Zinsen, die insbesondere bei einem Immobilienkredit für sehr hohe Nebenkosten sorgen würden und andererseits bieten die meisten Anbieter weder eine ausreichende Laufzeit noch eine ausreichende Kreditsumme an, um a) die Immobilie überhaupt finanzieren zu können und b) die monatlichen Raten nicht explodieren zu lassen. Deshalb sollte man sich für eine Immobilienfinanzierung konkret nach entsprechenden Angeboten in diesem Bereich umsehen.

Bild 1: © istock.com/g-stockstudio
Bild 2: © istock.com/courtneyk

Aus der Rubrik: Finanzieren
© 2014-2017 | Baufinanzierungen.com - Ihr Ratgeber für Baufinanzierungen - Impressum