Der Eigenkapitalnachweis

EigenkapitalnachweisAls angehender Immobilienbesitzer werden Sie sicherlich eigenes Kapital zum Bau oder Kauf Ihrer neuen Immobilie einbringen wollen. Je höher der Anteil des Eigenkapitals an der Finanzierung, desto besser sind die Konditionen beim Baudarlehen.

Aus Sicht der Banken steht Eigenkapital für ein geringeres Risiko – daher begrüßen die Banken das Einbringen eigenen Vermögens der zukünftigen Immobilienbesitzer. Für Sie bedeutet das eine geringere Fremdfinanzierung, sprich eine niedrigere Darlehenssumme.

Für diesen Kredit bekommen Sie dann in der Regel auch noch bessere Konditionen, wie beispielsweise geringere Zinsen und bessere Möglichkeiten für Sondertilgungen.

Es lohnt sich also in dieser Hinsicht, eigenes Vermögen für die eigene Immobilie aufzuwenden. Banken verlangen dann einen Eigenkapitalnachweis. Sie müssen der Bank also aufzeigen, dass Sie Ihre eigenen Mittel auch wirklich in den Immobilienbau oder -kauf einbringen können. Ohne einen solchen Eigenkapitalnachweis wird das verhandelte Darlehen von der Bank nicht ausgezahlt. Im Grunde ein einfaches Thema – bei dem es jedoch immer wieder zu Unklarheiten kommt.

Wie man sein Eigenkapital nicht nachweist

Die Immobilienfinanzierung ist für viele ein schwieriges Thema und dazu noch sehr komplex. Da kommt der eine oder andere beim Eigenkapitalnachweis auf einfache und manches Mal skurrile Ideen, wie dieser zu erbringen wäre – vor allem, wenn das Eigenkapital ganz oder teilweise als Barvermögen vorliegt. Das Abfotografieren von Bargeld und Einscannen der Bilder oder Geldscheine ist eine solche Idee. Ein solches Vorgehen ist nicht nur rechtlich schwierig, sondern es stellt sicherlich keinen ausreichenden Eigenkapitalnachweis dar.

Banken haben dann sogar eher den Eindruck, dass der Darlehensnehmer vielleicht doch nicht über das angegebene Vermögen verfügt. Ebenfalls nicht ausreichend ist der Nachweis über ein Bankschließfach. Größere Summen Bargeld werden durchaus mal in einem Bankschließfach gelagert, aber der Nachweis, dass ein solches Schließfach existiert, sagt nichts über den Inhalt aus. Die Bank kann also auch hier nicht mit Sicherheit wissen, ob überhaupt Vermögen beim Kreditnehmer vorliegt. Auch das Bargeld persönlich dem Sachbearbeiter zu zeigen, ist kein ausreichender Nachweis.

Auszüge sind die einzigen vernünftigen Nachweise

Fotos, Scans und Bankschließfachdokumente sind somit nicht geeignet, einen Eigenkapitalnachweis zu führen. Sie bringen mit solchen Nachweisen die Bank nur dazu, das Darlehen nicht auszuzahlen. Dabei ist ein korrekter und schlüssiger Eigenkapitalnachweis sehr einfach zu erbringen.

Für den Eigenkapitalnachweis ist ein Konto- oder ein Depotauszug die richtige Wahl. Auch digitale Konto- oder Depotauszüge beziehungsweise Ausdrucke dieser sind völlig ausreichend. Das Vermögen, das Sie einsetzen wollen, muss dafür natürlich auf einem Konto oder in einem Bankdepot liegen. Wenn Sie also Bargeld haben, zahlen Sie es auf ein Bankkonto ein. In dem Fall ist auch ein Einzahlungsbeleg ein ausreichender Nachweis.

Muss ich alle Ersparnisse einsetzen?

Im Bereich Eigenkapital und Immobilienfinanzierung halten sich hartnäckige Gerüchte. Eines ist die Quote von 20 Prozent, die das Eigenkapital an der Gesamtsumme ausmachen sollte. Das ist gerade in der heutigen Zeit nicht so. Eine Quote von 20 Prozent ist für viele Banken zwar eine sehr gute Lösung, Sie können aber die Immobilie auch mit weniger oder mehr Eigenkapital finanzieren. Die Bank und Sie können hier frei verhandeln und vertraglich das festhalten, was für beide die beste Lösung darstellt.

Ein zweites Gerücht besagt, dass Banken die Kreditnehmer dazu nötigen, die kompletten Ersparnisse als Eigenkapital in die Immobilienfinanzierung einzubringen. Auch das ist falsch. Wie viel Ihres bestehenden Vermögens Sie einbringen wollen, ist natürlich Ihre eigene Angelegenheit. Tatsächlich begrüßen es viele Banken, wenn Sie nicht die gesamten Ersparnisse in die Immobilie stecken, sondern noch Sicherheiten zurückhalten. Sie müssen also auch kein Bargeld vor der Bank verstecken oder ähnliches.

Fazit

Der Bau oder Kauf einer Immobilie bringt sehr viele Sachverhalte mit sich, mit denen die zukünftigen Immobilienbesitzer beschäftigen müssen. Darunter ist auch sehr viel Papierarbeit. Der Eigenkapitalnachweis gehört da im Grund noch zu den leichteren Unterfangen – dennoch bestehen hier manche Unklarheiten.

Halten Sie es einfach: Konto- oder Depotauszüge sind genau die Eigenkapitalnachweise, die Sie benötigen und an die Bank weitergeben. So steht der Eigenkapitalnachweis nicht im Weg, wenn der Immobilienkredit ausgezahlt werden soll.