Darlehen

Das Darlehen in der Baufinanzierung

Ein Darlehen oder auch ein Immobiliendarlehen ist eine wichtige Entscheidung für die Zukunft. Es werden die unterschiedlichsten Formen der Darlehen angeboten, die alle eine Besonderheit aufweisen. So ist das Annuitätendarlehen, das Forward-Darlehen, das variable Darlehen oder auch das Volltilgungsdarlehen zu haben. Welche Form für die individuellen Vorhaben geeignet ist, lässt sich am besten mit einem entsprechenden Vergleich feststellen. Zunächst sind jedoch ausreichende Informationen zu den Arten der Darlehen wichtig. Banken, Finanzdienstleister, Zinsen, Eigenkapital, Sicherheiten – all das muss im Vorfeld verglichen werden.

Der Klassiker schlechthin bei einem Darlehen ist das Hypothekendarlehen. Hierbei handelt es sich um ein langfristiges Darlehen, welches gesichert ist durch das Grundpfandrecht. Die Immobilie an sich wird als Sicherheit für die Bank genommen, die den Kredit ausgibt. Die Höhe der Zinsen und Tilgungsraten hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Die berufliche Situation ist ein ausschlaggebendes Kriterium für ein Darlehen. Auch der Wert der Immobilie ist wichtig und die Höhe des Finanzierungsbedarfs. Sind all diese Faktoren sehr positiv beziehungsweise besteht ein hoher Wert und ist der Bedarf relativ gering, dann werden auch die Konditionen günstiger. Weiterer wichtiger Faktor bei einem Darlehen ist die Tilgung. Möchte man schnell das Darlehen zurückzahlen, dann sollte eine höhere Tilgung als berechnet gezahlt werden und im Vertrag sollte die Möglichkeit für Sondertilgungen vereinbart werden. Mit einer guten Tilgungsstrategie ist bereits ein großer Schritt in die richtige Richtung gemacht.

Die verschiedene Arten von Darlehen

DarlehenEntscheidet man sich für ein Annuitätendarlehen, werden die Raten von der Bank festgeschrieben. Der Begriff Annuität bedeutet gleichbleibend, also die Rate bleibt gleich. Der Vorteil dieser Variante vom Darlehen ist klar zu erkennen. Die Kostenkontrolle ist gegeben, denn jeder, der sich für solch ein Darlehen entscheidet, weiß, wie viel Kosten monatlich auf ihn zukommen. Die Rate wird von der Bank anhand des Zinsanteils und des Tilgungsanteils berechnet. Zu Beginn der Zahlungen ist die Tilgung sehr gering. Da jedoch mit jeder weiteren Ratenzahlung die gesamte Restsumme minimiert wird, wird auch der Zinsanteil geringer und die Tilgung an sich steigt an.

Wer sich für ein Forward Darlehen entscheidet, braucht das Geld nicht sofort, sondern zu einem späteren Zeitpunkt. Wichtigster Punkt hierbei ist, dass die aktuellen Bauzinsen gesichert sind. Sind diese gerade sehr gering, kann ein Forward Darlehen beantragt werden, welches jedoch erst in einem Jahr oder in fünf Jahren zu den jetzigen Zinskonditionen ausbezahlt wird. Die Sicherheit bei diesem Darlehen liegt in der Finanzierungsplanung. Dennoch ist es ein eher spekulatives Darlehen. Das vermutete Zinsniveau muss nicht zwingend so eintreten. Sinkt das Niveau, müssen höhere Zinsen gezahlt werden. Besonders attraktiv ist das Forward Darlehen bei der Anschlussfinanzierung zu Zeiten einer Niedrigzinsphase.

Das Volltilgungsdarlehen als Alternative

Wer über ein sicheres und hohes Einkommen verfügt, der entscheidet sich für ein Volltilgungsdarlehen. Mit dieser Variante wird das gesamte Darlehen getilgt. Die normalen Verträge sind so ausgelegt, dass eine Zinsbindung für etwa zehn Jahre abgeschlossen wird. Bei einer hohen Darlehenssumme entstehen somit bis zu drei Finanzierungsrunden. Bei jeder neuen Runde müssen die aktuellen Zinsen verglichen und die Konditionen mit der Bank neu ausgehandelt werden. Wer das nicht möchte, der entscheidet sich für ein Volltilgungsdarlehen, selbst wenn das bedeutet, dass höhere Zinsen gezahlt werden müssen. Diese sind dann jedoch immer gleich, sodass auch die Kostenkontrolle vorhanden ist. Wer bei einem Bankgespräch auf gleicher Höhe wie der Berater sein will, der muss sich in der Baufinanzierung auskennen. Alle notwendigen Informationen können im Internet beispielsweise herausgefunden werden. Nur mit einer guten Vorbereitung auf die Verhandlungen bei der Bank können günstige Konditionen und individuelle Tilgungsraten vereinbart werden.

Weitere Darlehensformen im Vergleich

darlehen vergleichenDas variable Darlehen ist eher eine Entscheidung für Risikofreudige. Der Zinssatz wird hier nicht festgeschrieben, sondern orientiert sich an Euribor. Das ist ein Referenzzins, der für die Banken untereinander genutzt wird. Dieser Zinssatz ändert sich jedoch etwa alle drei Monate. Das bedeutet für den Darlehensnehmer, dass er bei einem Anstieg des Zinssatzes auch mehr Zinsen zahlen muss und bei einem Abfall weniger. Wer ein solches Risiko nicht eingehen möchte, der entscheidet sich für ein Cap-Immobiliendarlehen. Hier wird eine variable Verzinsung angeboten, jedoch mit einer sogenannten Risikobremse. Durch diese Obergrenze des Zinssatzes, dem Cap, werden die Kosten vom Darlehensnehmer in Grenzen gehalten. Steigt der Marktzins, steigt der Zinssatz nicht höher, als im Vertrag vereinbart. Das Manko an dieser Variante eines Darlehens ist, dass der Zinssatz von vornherein bereits höher liegt, als bei den anderen Darlehen, wie dem variablen.
Das Darlehen ohne Eigenkapital ist eine Vollfinanzierung. Der Traum vom Eigenheim kann somit auch ohne lange Spar- und Wartezeiten in die Tat umgesetzt werden. Bei einer Baufinanzierung bedeutet das jedoch, dass, je weniger Eigenkapital vorhanden ist, je höher auch der Zinssatz sein wird. Ist Eigenkapital nicht vorhanden, werden von den Banken Zinsaufschläge berechnet. Bei dieser Variante vom Darlehen ist ein hohes und sicheres Einkommen notwendig, denn die monatlichen Belastungen übersteigen so ziemlich alle anderen Varianten des Darlehens. Eine weitere Möglichkeit, um günstig ein Darlehen zu erhalten, ist die Kombination mit einer staatlichen Förderung.

Die KfW-Förderbank ist die wohl bekannteste und einen Antrag kann man über die Hausbank stellen. Auch in einigen Bundesländern werden Förderungen für Bauherren abgeboten, die engagiert herangehen, wie beispielsweise das Bauen von Energiesparhäusern usw. Wer bereits Immobilieneigentümer ist und diese Immobilie auch selbst bewohnt, der kann zudem einen günstigen Wohnungskredit in Anspruch nehmen. Der Unterschied zu einem Immobiliendarlehen liegt darin, dass der Wohnkredit günstigere Zinsen anbietet und gleichzeitig keine Grundschuld verlangt. Selbst Sondertilgungen können jederzeit durchgeführt werden. Hier wird lediglich eine geringe Gebühr erhoben. Der Wohnkredit als Darlehen eignet sich besonders gut für eine Abschlussfinanzierung, wenn der noch ausstehende Betrag unter 50.000 Euro liegt. Als Finanzierung für Modernisierungsmaßnahmen kann der Wohnungskredit ebenfalls bestens genutzt werden.
Ganz gleich, für welche Art vom Darlehen man sich entscheidet, eine gute Bonität ist wichtig, ein sicheres Einkommen und die Kenntnisse über die verschiedenen Arten. Mit einem Berater an seiner Seite wird mit Sicherheit schnell die passende Möglichkeit gefunden. Zudem können im Internet diverse Rechner genutzt werden, die die monatliche Belastung aufzeigen, sodass jeder individuell seine Art des Darlehens aussuchen kann. Der Vergleich mit der jetzigen monatlichen Belastung in Form von Mietzahlungen mit einem Darlehen zeigt, dass die Tilgungsrate nicht zwingend über den aktuellen Kosten liegt.

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