Hohes Interesse am Bausparen

Bausparen gilt gemeinhin als bieder und altbacken. Für Kunden, die sich für einen Hausbau oder aber den Kauf einer Immobilie entschieden haben, die sie auch selbst nutzen wollen, ist Bausparen nach wie vor lukrativ. Zudem bieten Bauspardarlehen extrem günstige Zinsen, die sich Bausparer heute für die Zukunft sichern können. Da verwundert es nicht, dass das Interesse an Bausparverträgen gerade aktuell besonders hoch ist und sich vor allem junge Menschen für einen entsprechenden Vertrag entscheiden.

1. Die Vorteile eines Bausparvertrages
2. Welche Förderungen beim Bausparen genutzt werden können
3. Wie Bauspardarlehen in die Finanzierung eingebunden werden können
4. Worauf beim Abschluss eines Bausparvertrages zu achten ist

Die Vorteile eines Bausparvertrages

Das Bausparen hat in Deutschland eine lange Tradition. Bereits nach dem ersten Weltkrieg wurden entsprechende Verträge genutzt, um dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und den Menschen zu den eigenen vier Wänden zu verhelfen. Dem Grundprinzip folgend, unterteilt sich ein solcher Vertrag in eine Spar- und eine Darlehensphase. Während der Sparphase wird entweder mit monatlichen Beträgen oder aber mit Einmalzahlungen Kapital aufgebaut, welches später für den Hausbau oder den Hauskauf genutzt werden kann. Zusätzlich zum angesparten Kapital steht jedem Bausparer auch ein zinsgünstiges Bauspardarlehen zur Verfügung. Dieses kann genutzt werden, sobald die Mindestansparzeit sowie die Mindestansparung erreicht wurde. Je nach Höhe der Einmalzahlungen oder der monatlichen Raten kann die Zuteilung bereits nach einem Jahr oder aber nach 10-15 Jahren erreicht sein. Ebenso wie die Konditionen für die Sparbeiträge werden auch die Konditionen für das spätere Darlehen bereits mit Vertragsabschluss vereinbart. Dabei ist es unerheblich, wann das Darlehen in Anspruch genommen wird. Hinzu kommt, dass der Zins bis zur vollständigen Rückzahlung des Darlehens konstant bleibt. Wird der Vertrag im jetzigen niedrigen Zinsniveau abgeschlossen, sichern sich Bausparer die niedrigen Zinsen damit für viele Jahrzehnte.

Diese Vorteile bietet Bausparen:
– Ansparen von Guthaben für die Baufinanzierung
– Anspruch auf ein Bauspardarlehen
– Günstige Darlehenskonditionen, die bis zum Ende der Laufzeit konstant bleiben
– Jederzeitige Sondertilgung des Darlehens möglich
– Einbeziehung von staatlicher Förderung

Welche Förderungen beim Bausparen genutzt werden können

Ein Bausparvertrag bietet aber nicht nur die Möglichkeit, nach Erreichen der Mindestsparsumme ein günstiges Darlehen zu nutzen. Mit Hilfe dieser Verträge ist es auch möglich, staatliche Förderungen zu nutzen. Hierzu gehören:

– Arbeitnehmersparzulage
– Wohnungsbauprämie
– Riester-Förderung

sparen, sparschweinDie Arbeitnehmersparzulage wird gewährt, wenn die Sparbeiträge direkt vom Arbeitgeber auf den Bausparvertrag gezahlt werden. Förderbar sind maximal 470 Euro jährlich, für die eine Zulage in Höhe von neun Prozent gewährt wird. Da über die Arbeitnehmersparzulage vor allem Menschen mit niedrigem Einkommen gefördert werden sollen, wird sie lediglich dann gewährt, wenn das zu versteuernde Einkommen bei Alleinstehenden 17.900 Euro und bei Ehepaaren 35.800 Euro nicht übersteigt. Zusätzlich zur Arbeitnehmersparzulage können Bausparer auch die Wohnungsbauprämie nutzen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die Gelder aus dem Vertrag wohnwirtschaftlich verwendet und etwa für den Hausbau oder den Hauskauf oder aber für Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten eingesetzt werden. Auch hier müssen Einkommensgrenzen berücksichtigt werden, die allerdings leicht höher ausfallen. Sie betragen 25.600 Euro bzw. 51.200 Euro. Sind die Voraussetzungen erfüllt, wird die Wohnungsbauprämie in Höhe von 8,8 Prozent auf maximal 512 Euro pro Person und Jahr gewährt. Die dritte mögliche Förderung für Bausparverträge ist die Riester-Förderung. Entsprechende Verträge weisen aktuell besonders hohe Abschlussraten auf, denn die Förderung kann sowohl in der Spar- wie auch in der Darlehensphase genutzt werden. Hintergrund ist die Tatsache, dass Wohneigentum ebenfalls ein wichtiger Pfeiler für die Altersvorsorge ist und daher zusätzlich gefördert werden soll. Die Höhe der Förderung ist hier abhängig von der Anzahl der kindergeldberechtigten Kinder. Zusätzlich zur Grundförderung von 154 Euro erhalten Eltern für vor 2008 geborene Kinder 185 Euro pro Jahr, für nach 2008 geborene Kinder erhöht sich die Förderung auf 300 Euro jährlich.

Wie Bausparen in die Finanzierung eingebracht werden kann

Ist bereits ein Bausparvertrag vorhanden, kann das Bauspardarlehen ganz einfach als Teil der Finanzierung genutzt werden. Da Bausparkassen ihre Konditionen auch bei nachrangigen Darlehen sichern, ist es sinnvoll, für Bankdarlehen die erstrangige Absicherung zu wählen, um günstige Konditionen zu erhalten. Weitere Finanzierungsmittel können dann über die Bausparfinanzierung zu ebenfalls niedrigen Zinsen abgedeckt werden. Ist bislang noch kein Bausparvertrag vorhanden, kann es dennoch sinnvoll sein, einen solchen in die Finanzierung einzubinden. Hierfür wird ein neuer Vertrag geschlossen, der mit monatlichen Einzahlungen bespart wird. Die nötigen Geldmittel werden in diesem Fall über ein Vorausdarlehen zur Verfügung gestellt, das tilgungsfrei bleibt. Kreditnehmer tragen so lediglich die Zinsbelastung. Ist der Bausparvertrag zuteilungsreif, kann das Vorausdarlehen abgelöst werden. Der große Vorteil einer solchen Kombinationsfinanzierung ist die Tatsache, dass die Zinsen so über die gesamte Laufzeit abgesichert werden und ein Zinsänderungsrisiko ausgeschlossen wird.

Worauf beim Abschluss des Bausparvertrages zu achten ist

Wie die Stiftung Warentest kürzlich festgestellt hat, ist die Bausparberatung nicht in jedem Fall einwandfrei. Oftmals haben die Berater die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden nicht oder zu wenig berücksichtigt, was zu deutlichen Mehrkosten geführt hat. Kunden sollten sich vorab daher genau überlegen, in welcher Höhe ein Darlehen notwendig ist. Zudem ist es wichtig, die Kosten des Bausparvertrages genau zu prüfen. Hierzu gehören zum einen die Abschlussgebühren, zum anderen aber auch jährliche Kontogebühren sowie Gebühren für die Einrichtung des späteren Darlehens. Natürlich spielen auch die Zinskonditionen beim Abschluss eine wichtige Rolle, und zwar sowohl für die Spar- wie auch für die Darlehensphase. Vergleichs

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