Mit dem Forward-Darlehen günstige Zinsen sichern

 

1 (1)Aktuell ist das Zinsniveau für Baudarlehen so niedrig wie schon seit Jahren nicht mehr. Während des Baus der eigenen Immobilie ein Baudarlehen finanziert, wird mit einem Annuitäten-Darlehen den Zeitraum, der zwischen dem Auslaufen des Baudarlehens und dem Einsetzen des Hypothekendarlehens entsteht, zwischenfinanziert. Bauherren wissen, die Zinsen sind wankelmütig und können sich in kurzer Zeit in Höhen bewegen, die für den Privatmann mit wenig Eigenkapital nicht mehr finanzierbar sind.

Die Lösung: Das Forward-Darlehen

Die derzeitigen Zinsen sind auf einem derart niedrigen Stand, dass man von einer Zinserhöhung ausgehen muss. Mit dem Forward-Darlehen kann sich der Bauherr den günstigen Zinssatz sichern, auch wenn er das Darlehen erst in einigen Monaten braucht. In der Regel ist das Forward-Darlehen eine Anschlussfinanzierung. Banken und Versicherungen bieten Forward-Darlehen an, Versicherungen meist für eine Vorlaufzeit von 36 Monaten, die meisten Banken bieten 48 Monate und einige Banken sogar 60 Monate Vorlaufzeit an.

Was ist ein Forward-Darlehen?

Ein Forward-Darlehen ist ein Annuitäten-Darlehen, das einen vertraglich festgelegten Auszahlungszeitpunkt, der in der Zukunft liegt, hat. Keiner weiß, wie hoch die Zinsen für ein Annuitäten-Darlehen in 36, 48 oder 60 Monaten sein werden. Deshalb wird der Vertrag vorab geschlossen. Die im Vertrag vereinbarten Zinsen bleiben dem Darlehensnehmer auch bei Auszahlung und während der Laufzeit des Darlehens erhalten.

Was kostet das Forward-Darlehen?

Banken und Versicherungen vergeben Darlehen mit fest vereinbarten Zinssätzen nicht kostenlos. Sie verlangen Zuschläge, die sich nach den Vorlaufzeiten richten. Bei einer Vorlaufzeit von zwölf Monate liegen die Zuschläge zwischen Null und 0,24 Prozentpunkte; bei einer Vorlaufzeit von 36 Monaten zwischen 0,36 und 0,76 Prozent und bei einer 48-monatigen Vorlaufzeit zwischen 0,48 und 0,96 Prozent. Am höchsten sind die Zuschläge bei einer Vorlaufzeit von 60 Monaten; hier liegen sie zwischen 0,60 und 1,10 Prozent (Stand: 25.09.2015).

Risiken

Die Kreditgeber sichern sich gegen mögliche Risiken über die Zuschläge weitgehend ab. Für sie besteht das Risiko, dass sich das Zinsniveau stark erhöht; die vereinbarten niedrigen Zinsen bedeuten für die Kreditgeber einen Verlust.

Auch für den Kreditnehmer besteht ein Risiko. Dies kommt zum Tragen, wenn sich das Zinsniveau entgegen der allgemeinen Annahme bei Vertragsabschluss nicht erhöht, sondern weiter senkt. Der Kreditnehmer muss, auch wenn der Zinssatz zum Zeitpunkt der Auszahlung des Darlehens, um ein Vielfaches niedriger ist, die vereinbarten Zinsen in voller Höhe bezahlen. Verweigert der Kreditnehmer die Annahme des Kredits, fordern die Kreditgeber eine sogenannte Nichtabnahmeentschädigung, die sehr teuer werden kann. Besser ist es, das Forward-Darlehen mit einer kurzen Vorlaufzeit abzuschließen.

Aus der Rubrik: Finanzieren
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